Vor einem Jahr kam Papst Leo XIV. ins Amt. Die kirchliche Reformgruppe "Wir sind Kirche" sieht noch Nachholbedarf beim Einsatz für Menschenrechte innerhalb der katholischen Kirche.
07.05.2026
epd

München (epd). Die katholische Kirchenvolksbewegung „Wir sind Kirche“ hat sich enttäuscht über fehlenden Mut zu Kirchenreformen im ersten Amtsjahr von Papst Leo XIV. gezeigt. Seine hinhaltenden Aussagen zur Frauenweihe hätten besonders im westlichen Kulturraum für große Enttäuschung gesorgt, erklärte „Wir sind Kirche“ am Donnerstag in München.

Zwar habe Papst Leo XIV., der am 8. Mai 2025 zum Nachfolger von Franziskus gewählt worden war, mit seinem Fokus auf Frieden dem Papstamt im ersten Jahr ein starkes Profil gegeben. Doch er müsse sich auch dran messen lassen, „wie unter seiner Leitung die Menschenrechte innerhalb der eigenen Kirche umgesetzt werden“.

Mehr Einsatz für Frieden in der Kirche

Leos Bemühen um Frieden und Zusammenwirken in der Weltpolitik finde zu Recht große Anerkennung und mache angesichts der weltweiten Krisen Hoffnung. „Deutlich schwieriger wird es für ihn sein, Frieden und Einheit innerhalb der weltweiten römisch-katholischen Kirche zukunftsfähig zu gestalten“, erklärte die Laienbewegung.

Als Beispiele nannte „Wir sind Kirche“ den Umgang mit sexualisierter Gewalt in der katholischen Kirche und die Ablehnung des Vatikans von formalen Segensfeiern für gleichgeschlechtliche Paare.

Nein zu Segensfeiern enttäuschend

Sexualisierte und geistliche Gewalt erschüttere die Glaubwürdigkeit der katholischen Kirche seit Jahrzehnten. In vielen Ländern werde dieses Thema aber immer noch ignoriert oder kleingeredet, heißt es in der Mitteilung.

Das kürzlich vom Papst und dem Vatikan noch einmal bestätigte Nein zu den teils in Deutschland praktizierten Segensfeiern für alle Paare, die sich lieben, sei nicht nur enttäuschend, „sondern verweigert kulturell angepasste Entwicklungen“.

https://www.evangelisch.de/inhalte/255273/07-05-2026/ein-jahr-papst-leo-reformer-sehen-handlungsbedarf-bei-frauenweihe