Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung

„Alarmzeichen, das nicht überhört werden kann und darf“

Wir sind Kirche zur Veröffentlichung der sechsten Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung

Pressemitteilung Ulm, München, 14. November 2023

Die KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche sieht die heute veröffentlichte sechste Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung, an der erstmals auch die katholische Deutsche Bischofskonferenz beteiligt war, als ökumenisches Alarmzeichen, das nicht überhört werden kann und darf.

Unter den evangelischen Kirchenmitgliedern verstehen sich nur noch sechs Prozent als gläubig und kirchennah, unter den katholischen Kirchenmitgliedern sogar nur noch vier Prozent. 33 Prozent der Evangelischen und immerhin 36 Prozent der Katholiken und fühlen sich laut der Forsa-Umfrage der Kirche verbunden, stehen ihr aber in vielen Dingen kritisch gegenüber.

Diese 36 Prozent entsprechen dem immer größer werdenden Anteil der reformorientieren Katholik:innen auf der Linie der Reformbemühungen der KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche. Es geht um die Partizipation des Kirchenvolkes in allen Entscheidungsprozessen, um den Zugang der Frauen zu Weiheämtern, um die Freiwilligkeit des Priesterzölibats sowie um eine Sexualmoral, die den humanwissenschaftlichen Erkenntnissen entspricht. Es sind Reformforderungen, die bereits 1995 von Wir sind Kirche in Österreich als Antwort auf den Missbrauchsskandal des Wiener Kardinals Groër formuliert, seit 2019 auf dem Synodalen Weg in Deutschland eingehend bearbeitet und jetzt auf der weltweiten Synodalversammlung in Rom zumindest offen angesprochen wurden.

Für die Notwendigkeit der dringend anstehenden Reformen, für die sich Wir sind Kirche in einer breiten Vernetzung mit Betroffenen-Initiativen, Reformgruppen und katholischen Verbänden (z.B. KirchenVolksKonferenz 2022 einsetzt, spricht, dass 96 Prozent der katholischen und 80 Prozent der evangelischen Mitglieder sagten, ihre Kirche müsse sich grundlegend verändern, wenn sie eine Zukunft haben wolle. Das würde dann auch ihre Neigung zum Austritt verringern.

Besonders alarmierend ist auch das verloren gegangene Vertrauen der Menschen in die Kirchen: Nur 9 Prozent aller Befragten erklärten, sie hätten noch Vertrauen in die katholische Kirche, bei der evangelischen Kirche waren es immerhin 24 Prozent. Hier bei spielen wohl besonders die viel zu langsame und halbherzige Aufarbeitung sexualisierter Gewalt und deren Vertuschung eine Rolle, was mittlerweile die katholische Kirche weltweit erschüttert.

Pressekontakt:

Christian Weisner, Bundesteam Wir sind Kirche Deutschland
E-Mail: presse@wir-sind-kirche.de      Telefon: +49 172 518 4082


 

 

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Zuletzt geändert am 15­.12.2023