Herbst-Vollversammlung der DBK (2)

„Kirche muss noch sozialer, solidarischer, synodaler werden!“

Wir sind Kirche zum Abschluss der Herbst-Vollversammlung der DBK in Fulda

Pressemitteilung München/Fulda, 1. Oktober 2026

Wir sind Kirche begrüßt, dass sich die katholischen Bischöfe auch angesichts der jüngsten Wahlergebnisse weiterhin und hoffentlich noch verstärkt für Menschenwürde, Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt einsetzen wollen. Gerade auch die Kirchen müssen sich den populistischen und autoritären Strömungen und den neuen Kulturkämpfen entgegenstellen.

Als Teil der Zivilgesellschaft kann die römisch-katholische Kirche mit der katholischen Soziallehre und synodalen Entscheidungsprozessen ein wichtiger Akteur gegen Hass und Hetze und gegen eine Spaltung der Gesellschaft sein. Demokratie lebt von Teilhabe, Dialog, Solidarität und Kompromissbereitschaft.

Auch bei weiter zurückgehenden Mitgliedszahlen und Kirchensteuereinnahmen sollten die Kirchenleitungen alles tun, damit kirchliches Leben und Engagement auch weiterhin überall in Deutschland – im Dorf wie im sozialen Brennpunkt – präsent und erkennbar bleiben, gegebenenfalls auch in neuen Formen und Kooperationen wie im Konzept der „Dritten Orte“. Kindergärten, Schulen, Soziale Einrichtungen, Jugendklubs und Bildungsangebote – dies alles sind wichtige Ort des Lernens und Zusammenlebens, die für eine solidarische Gesellschaft und Demokratieschulung unverzichtbar sind.

Synodalität muss sichtbar werden und weitergehen!

Vom Vatikan erwartet Wir sind Kirche, dass dieser jetzt möglichst bald seine endgültige Zustimmung zur Satzung der künftigen Synodalkonferenz gibt. Alles andere wäre nach den langwierigen Verhandlungen und der Berücksichtigung aller römischen Einwände im Satzungsentwurf durch nichts zu rechtfertigen. Aber unabhängig davon ist jeder einzelne Bischof wie auch die Bischofskonferenz als Ganzes gefragt, kurzfristig konkrete Reformen umzusetzen, ohne die „die Vision einer synodalen Kirche nicht glaubwürdig sein“ wird, wie es im Abschlussdokument der Weltsynode (Nr. 94) heißt. Synodalität muss im kirchlichen Alltag auf allen Ebenen spürbar werden! Alle Bischöfe müssen bereit sein, sich an gemeinsam mit Laien getroffene Entscheidungen zu halten, Stichwort „Selbstverpflichtung“. Synodalität darf kein Feigenblatt bleiben, sondern muss reale Mitverantwortung und geteilte Entscheidungsgewalt ermöglichen. 

Der von Papst Leo übernommene Fahrplan für die Weltsynode sieht vor, dass bis Jahresende 2026 alle Diözesen und bis Ende 2027 alle Ortskirchen, hier also die Ebene der Bischofskonferenz, Reformen sichtbar umsetzen sollen. Da gibt es in allen Diözesen weiterhin viel zu tun! Der Synodale Weg in Deutschland hat dafür wichtige Vorarbeiten geleistet, z.B. bezüglich Bischofsbestellungen, „Laien“-Predigt, Pflichtzölibat, Tauferlaubnis, Eheassistenz und Segnungen. Die deutschen Bischöfe sollten sich damit auch proaktiv am Prozess der Weltsynode beteiligen. Die aktuelle Kirchenkrise lässt kein weiteres Abwarten zu.

„Frauenfrage“, Gewalt, Ökumene und neue Kommissionen

Neben der „Frauenfrage“ bleibt die Aufarbeitung sexualisierter und auch geistlicher Gewalt eine Daueraufgabe, dem sich das ganze Episkopat mit noch größerer Konsequenz und Transparenz stellen muss.

In der Ökumene erwartet das Kirchenvolk von den Bischöfen weitere deutliche Schritte. Gerade in Zeiten schwindender kirchlicher Präsenz und wachsender gesellschaftlicher Spaltung ist das gemeinsame Zeugnis der christlichen Kirchen ein starkes Signal der Versöhnung und Glaubwürdigkeit.

Wir sind Kirche begrüßt die Wahl der neuen Vorsitzenden in den jetzt umstrukturierten acht Kommissionen und erwartet, dass die Bischöfe gemeinsam mit dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) und den katholischen Organisationen ihre große Verantwortung innerhalb der Zivilgesellschaft wahrnehmen.

Pressekontakt Wir sind Kirche-Bundesteam:
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Wir sind Kirche setzt sich seit dem KirchenVolksBegehren 1995 als weltweite Bewegung für eine geschwisterliche Kirche der Gerechtigkeit und ohne Gewalt und Diskriminierung ein. Mehr: wir-sind-kirche.de 

 

Zuletzt geändert am 01­.10.2026