Rücktritt Bischof Wiesemann

Verständlicher, aber bedauerlicher Rücktritt eines besonnenen Reformers

> Wir sind Kirche in der Diözese Speyer zum Rücktritt von Bischof Dr. Wiesemann

Wir sind Kirche zum Rücktritt von Dr. Wiesemann als Bischof von Speyer

Pressemitteilung München, Speyer, 21. August 2026

Wir sind Kirche sieht den Rücktritt von Dr. Karl-Heinz Wiesemann als Zeichen und Folge der persönlich wie strukturell überfordernden Ausformung des Bischofsamtes, die alle Verantwortung auf eine Person konzentriert. Auch die Größe der deutschen Erzbistümer und Bistümer trägt wesentlich zur Überlastung bei. 

Wir sind Kirche zollt Bischof Wiesemann großen Respekt für den offenen Umgang mit seiner persönlichen Situation und für seinen mutigen Schritt. Bischof Wiesemann spricht von einem nun folgenden persönlichen Aufbruch, für den ihm Wir sind Kirche eine gute Gesundheit und Gottes Geleit und Segen wünschen.   

Würdigung der Amtszeit

In den 18 Jahren als Bischof von Speyer hat Bischof Wiesemann auch über sein Bistum hinaus die katholische Kirche in Deutschland entscheidend geprägt: Als Vorsitzender der Jugendkommission der Deutschen Bischofskonferenz DBK (2011-2016), als Nachfolger von Kardinal Karl Lehmann an der Spitze der Glaubenskommission der DBK sowie als Mitglied der Kommission für Ökumene.

Am Synodalen Weg in Deutschland hat sich Bischof Wiesemann aktiv und konstruktiv beteiligt und war Mitglied des Synodalforums „Macht und Gewaltenteilung in der Kirche – Gemeinsame Teilnahme und Teilhabe am Sendungsauftrag“. Im Synodalen Ausschuss hat er sich sehr deutlich für verbindliche Strukturen für eine Synodale Kirche in Deutschland ausgesprochen.

Konkrete Reformpunkte und Reformprozesse

Wir sind Kirche begrüßt, dass Bischof Wiesemann die Forderungen für das Frauendiakonat und die Aufhebung des Pflichtzölibats für Priester unterstützt hat. Beides gehört zu den Reformforderungen des 1995 gestarteten KirchenVolksBegehrens Wir sind Kirche. Wiesemanns Generalvikar Andreas Sturm hatte im Jahr 2022 sein Amt aufgegeben und ist jetzt altkatholischer Priester.

Für die Zukunft bleibt zu hoffen, dass die unter seiner Leitung eingeführten neuen pastoralen Strukturen im Bistum Speyer sich als tauglich für die Glaubensweitergabe erweisen. Vom Speyerer Domkapitel erwartet Wir sind Kirche, dass die unter Bischof Wiesemann eingeführten synodalen Beratungs- und Entscheidungsgremien der Diözese weitergeführt werden.

Suche eines Nachfolgers

Bei der jetzt beginnenden Suche eines Nachfolgers erwartet Wir sind Kirche von Papst Leo, dass er für eine Beteiligung des Bistums und des Kirchenvolkes, wie es schon in anderen Bistümern gehandhabt wird, offen ist und einen ebenfalls reformorientierten Kandidaten ernennt. Für das Bistum Speyer gilt allerdings derzeit das Bayerische Konkordat, d.h. der Papst  ernennt den neuen Bischof nach freiem Ermessen und ist nicht an Vorschläge des Domkapitels gebunden.

Wir sind Kirche fordert wie andere auch, dass das Verfahren der Bischofswahl beziehungsweise Bischofsernennung grundlegend im Sinne einer größeren Beteiligung der Laien geändert wird. Mehr Beteiligung des Kirchenvolkes muss in einer synodalen Kirche Standard werden. Im Rahmen des Synodalen Wegs haben die Bischöfe mit großer Mehrheit einem entsprechenden Handlungstext zugestimmt, der jedoch bei den Bischofsernennungen in Deutschland im Jahr 2025 (Paderborn, Bamberg, Rottenburg) nicht umgesetzt werden konnte. 

Presse-Kontakt Wir sind Kirche-Bundesteam:

Dr. Martin Schockenhoff 
mobil: 0173 3248913
schockenhoff@wir-sind-kirche.de

Christian Weisner
Tel: 08131 260 250, mobil: 0172 518 4082
presse@wir-sind-kirche.de   

 



Wir sind Kirche in der Diözese Speyer zum Rücktritt von Bischof Dr. Wiesemann

Presseerklärung, 20. August 2021

Die Reformbewegung Wir sind Kirche in der Diözese Speyer nimmt den Rücktritt von Bischof Wiesemann mit Respekt und Hochachtung zur Kenntnis. Er hat ehrlicherweise eingestanden, die Lasten der Verantwortung, die mit dem Amt verbunden sind, nicht weiter tragen zu können.

Wir sind Kirche erkennt darin ein Signal, die Verantwortung auf viele Schultern zu verteilen. Bischof Wiesemann hat sich auf dem synodalen Weg für solche Reformen eingesetzt. Dafür sind wir ihm sehr dankbar. Im Bistum hat er mehrere Frauen in die Bistumsleitung berufen. Die ökumenische Zusammenarbeit hat er verantwortungsvoll praktiziert.

Eine Konsequenz des Rücktritts ist für Wir sind Kirche auch, den Blick auf die Amtsträger zu richten, die oft mit ähnlichen Problemen zu kämpfen haben wie der  ehemalige Bischof. Sie zu entlasten und auch Laien substanziell in die Verantwortung einzubeziehen muss auch Anliegen des neuen Bischofs sein.

Wir sind Kirche fordert bei der Auswahl eines neuen Bischofs beteiligt zu sein, damit auch die kirchliche Basis Gehör findet.

Für das Leitungsteam der Bewegung: Dr. Rudolf Walter, Frankenthal/Pfalz 

Pressekontakt: Wir sind Kirche in der Diözese Speyer
Dr. Rudolf Walter
Tel. 06233-667307, dr.rudolf.walter@web.de

 

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Zuletzt geändert am 21­.08.2026