Zum Priester-Papier + Konsistorium

Reformen dringend überfällig – Für eine synodal-demokratische Kirche

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Wir sind Kirche zum Apostolischen Schreiben zum Priesteramt und zum aktuellen Konsistorium

Pressemitteilung, München, Rom, 9.1.2026

Das jüngste außerordentliche Konsistorium im Vatikan, an dem rund 170 Kardinäle über die Zukunft der Kirche von etwa 1,4 Milliarden Katholik:innen berieten, offenbart erneut die strukturellen Defizite der römisch- katholischen Weltkirche: Eine kleine, relativ homogene Gruppe überwiegend älterer Männer berät und entscheidet exklusiv über Belange einer globalen vielfältigen Weltgemeinschaft. Dies steht im eklatanten Widerspruch zur Entstehungsgeschichte des Christentums und zu den Forderungen nach Geschwisterlichkeit, Transparenz, Partizipation und echter Synodalität, so wie dies das letzte, nach wie vor maßgebliche Konzil, nämlich das Zweite Vatikanische (1962-1965) intendiert hat .

Als wesentliche Kritikpunkte fallen immer wieder in den Blick:

  • Gravierende Repräsentationslücke: Frauen, junge Gläubige aller Geschlechter und Laien (bzw. Nicht-Kleriker:innen) werden nach wie vor von Weiheämtern und Entscheidungsgremien systematisch ausgeschlossen – obwohl sie die Kirche ganz wesentlich in den unterschiedlichsten Kulturen mitgestalten. Doch seit der Konstantinischen Wende, als die Kirche Nomenklatur und Rechtsverständnis des zu Ende gehenden Römischen Reiches übernahm, gibt es eine Dominanz männlicher Perspektiven mit massiven schädlichen Konsequenzen.
  • Mangelnde Partizipation: Beratungen und Entscheidungen hinter verschlossenen Türen schwächen das Vertrauen in die Glaubwürdigkeit der Kirche, besonders angesichts der weltweit immer noch nicht vollständig aufgearbeiteten Skandale von sexualisierter und spiritueller Gewalt.
  • Jahrzehntelanger Reformstau: Die Hierarchie blockiert weiterhin dringend notwendige Erneuerungen, etwa in Fragen der priesterlichen und diakonalen Dienste. Doch diese sind notwendig für lebendige Gemeinden und glaubwürdiges lebendiges missionarisches Handeln in der Welt. Deshalb braucht es eine visionäre Grundsatzdiskussion über kirchliche Dienste, sonst bleibt die Kirche in den klerikalen Denkschienen hängen und es ändert sich nichts.

Wir sind Kirche setzt sich für eine Kirche ein, die Synodalität ernst nimmt – mit einer Kultur, die den Klerikalismus überwindet und mit einer Kultur des Zuhörens, die Grundlage einer geschwisterlichen und demokratischen Teilhabe ist: Ein wichtiges Gegenmodell angesichts zunehmend totalitärer politischer Entwicklungen in aller Welt.

Papst Leo XIV. mag mit der Einberufung des Konsistoriums zwar ein Zeichen gesetzt haben. Was aber fehlt: Die Kirche muss auch den nächsten Schritt tun: hin zu einer echten Gemeinschaft aller Getauften! Bleibt dieser aus, wird nicht nur im europäischen Raum die römisch-katholische Kirche gesellschaftlich künftig noch weniger bis keine Relevanz mehr besitzen.

Pressekontakt Wir sind Kirche Bundesteam 
Ma Adler, E-Mail: adler@wir-sind-kirche.de, Tel: 01520 9826340   
Sigrid Grabmeier, E-Mail: grabmeier@wir-sind-kirche.de, Tel: 0170 86 26 290
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Christoph Schomer, E-Mail: schomer@wir-sind-kirche.de, Tel: 0177 764 80 94 
Christian Weisner, E-Mail: presse@wir-sind-kirche.de, Tel: 0172 518 4082 

Presse-Echo VaticanNews:
D: „Eine kleine Gruppe älterer Männer“ 
> vaticannews.va 9.1.2026

 

Rede von Papst Leo zur Eröffnung des außerordentlichen Konsistoriums
> press.vatican.va 7.1.2026   

Kardinäle betonen Harmonie bei Beratungen im Konsistorium 
> katholisch.de 9.1.2026  

Kardinal Müller: Darum sprachen wir nicht über die "Alte Messe" 
> katholisch.de 9.1.2026    

Weg vom Heeresführer, hin zum Dialog: Der Papst will wieder mehr mit den Kardinälen zusammenarbeiten   
> nzz.ch 10-1-2026   

Papst Leo beschreibt Konsistorium als Fortsetzung der Kardinalstreffen vor der Papstwahl  
> de.catholicnewsagency.com 8.1.2026

Papst beklagt Umgang der Kirche mit Opfern sexuellen Missbrauchs   
> derstandard.at 10.1.2026  

Papst Leo XIV. möchte regelmäßige Beratungstreffen aller Kardinäle
> domradio.de 9.1.2026

 

 

Theologe Vellguth: Papst Leo XIV. schwebt neuer Stil von Kirche vor 
> katholisch.de 13.1.2026

Luigi Sandri: Ein Konsistorium voller Hoffnungen und Probleme
> L'Adige-Alto Adige 5.1.2026

Harald Prinz: Lieber halbausgebildete Männer als vollausgebildete Frauen ???   
> wir-sind-kirche.at 7.1.2026

Zuletzt geändert am 13­.01.2026